Europe Top 12
Viele fürchten Patti Baum
„Vor Jörgen Persson habe ich allergrößten Respekt. Welche Leistung er auf diesem hohen Niveau noch immer bringen kann, ist schon beeindruckend.”
Der dies sagt, ist kein Geringerer als Timo Boll, Europas Nummer eins und Topfavorit auf den Gewinn des kontinentalen Ranglistenturniers Europe Top 12, das am Wochenende in Düsseldorf stattfindet.
Der 43-jährige Schwede Persson startet bereits zum 16. Mal bei diesem Turnier und kann damit mehr Top-12-Teilnahmen vorweisen als jeder andere für Düsseldorf qualifizierte Akteur. Dabei ist er nur einer von drei DONIC-Stars im zwölfköpfigen Teilnehmerfeld. Auch Dimitrij Ovtcharov und Patrick Baum sind dabei. Baum als Debütant, Ovtcharov startet zum dritten Mal nach 2008 und 2009, als er jeweils das Viertelfinale erreichte.
Herren-Bundestrainer Richard Prause attestiert dem 21-Jährigen, dass er „sein Maximum in den letzten Monaten noch weiter nach oben geschoben hat”. Siege gegen Südkoreas Star Oh Sang Eun in der Champions League und beim World Team Cup sowie gegen Kalinikos Kreanga beim World Cup belegen das. Prause verweist allerdings auch darauf, dass Ovtcharov „schon mal noch Ausrutscher nach unten” hat, wie gegen den jungen Chinesen Yan An bei den Polish Open und zuletzt bei den Slovenian Open gegen Kim Min Seok aus Südkorea.
„Dima verliert nicht gegen schlechte Spieler”, betont der Bundestrainer. Seine Gegner hätten jeweils auch ausgezeichnete Leistungen gezeigt. Das ist allerdings auch von allen Teilnehmern in Düsseldorf zu erwarten: Schlechte Spieler gibt es beim Top 12 nicht. Schon gar nicht Patrick Baum, wenngleich er es als Debütant mit 22 Jahren recht schwer haben könnte. „Erfahrungsgemäß ist es beim ersten Mal nicht so leicht”, sagt auch Prause, „aber Patti hat mit seiner Qualifikation für dieses Turnier auch beweisen, dass er sich in den letzten zwölf Monaten kontinuierlich nach oben entwickelt hat.” Immerhin bis auf Platz 31 der Weltrangliste.
DTTB-Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig sieht die Voraussetzungen für Baum gar nicht schlecht: „Als Debütant kann Patrick frei aufspielen, angreifen und das Turnier für sich nutzen. Viele Gegner fürchten sein Spielsystem, da er mit sehr viel Druck agiert.”
Die Auslosung erfolgt am Freitagabend, und sie wird ein bisschen komplizierter als gewohnt. Denn es wird nicht nur nach dem Schlangensystem gelost, das garantieren soll, dass die nach ihrer Ranglisteneinstufung stärksten Spieler auf die vier verschiedenen Gruppen verteilt werden, sondern auch nach der Vorgabe, Spieler aus ein und derselben Nation möglichst zu trennen. Hundertprozentig ist dies allerdings nicht möglich, denn das DONIC-Team Deutschland ist dieses Mal mit gleich fünf Startern vertreten. Hinter Boll, Ovtcharov, Baum und Süß rückt auch Bastian Steger noch als Ersatzmann für den am Fuß verletzten Michael Maze nach. Steger wird damit definitiv mit einem der anderen vier Deutschen in eine Gruppe gelost werden.
Hinter den Deutschen stellt das DONIC-Team Österreich mit drei Startern (Werner Schlager, Chen Weixing und Robert Gardos) die einzige größere Gruppe dar. Die übrigen vier Teilnehmer sind jeweils der einzige Vertreter ihres Verbandes: Vladimir Samsonov (Weißrussland), Kalinikos Kreanga (Griechenland) Zoran Primorac (Kroatien) und Dauerbrenner Jörgen Persson, der bereits 1992 das Europe Top 12 gewann.
DONIC wird schon ab der Auslosung Freitagabend aktuell aus Düsseldorf berichten.













