6. energis Masters
Dima kurz vor der Sensation gestoppt
Er war schon fast am Ziel – doch unmittelbar vor der Ziellinie wurde er noch abgefangen.
DONIC-Star Dima Ovtcharov führte im Finale des 6. energis Masters gegen den großen Favoriten Timo Boll bereits mit 2:1 nach Sätzen und 9:3 im vierten Durchgang. Doch Boll machte das schier Unmögliche noch wahr: Er machte zwölf Punkte in Folge, gewann den vierten Satz noch mit 11:9 und ging im fünften und entscheidenden mit 4:0 in Front, dann mit 5:1, 9:6 und 10:8 – doch der große Kämpfer Ovtcharov kam noch einmal zurück. Er glich aus, wehrte noch zwei Matchbälle in der Verlängerung ab und erarbeitete sich dann selbst einen. Den hochklassigen Ballwechsel bei 13:12 für Dima entschied aber erneut Boll für sich und gewann die Partie schließlich noch vor mehr als 2000 begeisterten Zuschauern in der ausverkauften Joachim-Deckarm-Halle mit 3:2 (-9,9,-10,9,13).
Die Fans waren schon vor dem Finale auf ihre Kosten gekommen. Boll und Ovtcharov hatten ihre Extraklasse bereits in den Gruppenspielen demonstriert: Boll mit sicheren 3:0-Erfolgen gegen Chen Weixing und Robert Svensson, Ovtcharov mit ebenso souveränen Siegen gegen Zoran Primorac und Jan-Ove Waldner, der allerdings durch eine Muskelverletzung beträchtlich gehandicapt war.
Im Halbfinale hatte Ovtcharov dann im Kampf zweier DONIC-Stars seinen Freund Patrick Baum mit 3:1 bezwungen, der zuvor in den Gruppenspielen nicht nur Mikael Appelgren, sondern auch Jörgen Persson besiegt hatte.
Boll hatte sein Halbfinalmatch gegen Wang Xi gewonnen, der zuvor das Kunststück fertig gebracht hatte, sich als Abwehrspieler gegen Werner Schlager durchzusetzen.
Der Höhepunkt aber war – nicht nur von der Spannung her, sondern auch spielerisch – das Finale. „Dima hat bei 9:3 im vierten Satz wohl für 30 Sekunden geglaubt, dass er jetzt gewonnen hat”, analysierte DONIC-Chef Frank Schreiner. Zwei, drei leichte Punkte für Boll – und dann, bei 9:6, wurde Ovtcharov sichtlich nervös. „Das nutzt ein so cleverer Spieler wie Timo natürlich gnadenlos aus”, attestierte Schreiner. Dabei war der Superstar erst tags zuvor von einem Turnier aus China zurückgekehrt.
Kompliment an Boll, aber auch an Ovtcharov. So macht Tischtennis Spaß!













